RWalumni fördert das 14 th European Meeting on Game Theory

Das 14th European Meeting on Game Theory (SING14) ist die bedeutendste und renommierteste jährlich stattfindende Konferenz im Forschungsgebiet der Spieltheorie in Europa. Die Anfänge der Konferenz gehen bis ins Jahr 1983 zurück.

Neben der jährlich seit 29 Jahren stattfindenden International Conference on Game Theory des Stony Brook Center for Game Theory in den USA und dem seit 19 Jahren alle vier Jahren stattfindenden World Congress der Game Theory Society als weltweite Vereinigung aller Spieltheoretiker (das nächste Mal 2020 in Budapest) ist das European Meeting on Game Theory eine der drei renommiertesten international regelmäßig stattfindenden Spieltheoriekonferenzen. 

 

In der Zeit vom 16. bis 18. Juli 2018 fand das European Meeting on Game Theory in der 34-jährigen Geschichte der Konferenz zum ersten Mal in Deutschland statt. Die von Prof. Dr. Frank Steffen an der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth ausgerichtete Konferenz, an welcher die renommiertesten Wissenschaftler_innen im Forschungsgebiet der Spieltheorie teilnehmen, war eine große Chance für die Universität Bayreuth, sich als moderner und forschungsstarker Standort zu präsentieren.

 

Die diesjährige Konferenz setzte die Tradition der Treffen zur Spieltheorie fort, welche mit einem ersten Treffen Anfang der 80er Jahre in Italien begann. Das Ziel der Konferenz ist es, neue Ideen austauschen und neue Entwicklungen für die zukünftige Forschung im Bereich der Spieltheorie zu identifizieren. 

 

Die Konferenz bietet Forschern und Praktikern eine einzigartige Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven mit anderen Forschern, die sich für die verschiedenen Aspekte der Spieltheorie interessieren, zu erörtern.

 

Der „Call for Papers“ führte zu 206 Beiträgen aus über 30 Ländern. Hierzu gehörten u.a.: Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Kolumbien, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hong Kong, Ungarn, Indien, Irland, Israel, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Polen, Russische Föderation, Singapur, Spanien, Schweiz, Türkei, Vereinigtes Königreich, Vereinigtes Arabische Emirate und Vereinigte Staaten. 

 

Die eingereichten Beiträge behandelten eine Vielzahl von Themen der Spieltheorie und deren Anwendungen. Das wissenschaftliche Programm umfasste etwa 115 Präsentationen und drei Plenar-sitzungen. Insgesamt waren über 130 Teilnehmer auf der Konferenz vertreten.

Wie erwartet, gab es viele europäische Teilnehmer_innen, insbesondere aus Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien. Darüber hinaus waren zum ersten Mal in der Geschichte der Konferenz eine große Anzahl deutscher Teilnehmer_innen von renommierten deutschen Universitäten vertreten, die aufgrund ihrer positiven Erfahrungen in Bayreuth auch an den zukünftigen Konferenzen teilnehmen wollen und Interesse bekundeten, die Konferenz in der näheren Zukunft noch einmal nach Deutschland zu holen. Weitere Schwerpunktländer der diesjährigen Konferenz waren bezüglichen der Anzahl der teilnehmenden Wissenschaftler_innen China und Japan. Ferner reisten zur Konferenz auch mehrere Teilnahmer_innen aus Kanada und den USA an. Die Themen der Vorträge reichten an den drei Konferenztagen von klassischen Themen der Spieltheorie bis hin zu der optimalen Kommunikation von Katastrophen.

 

Die Höhepunkte der Konferenz bildeten die drei Hauptvorträge äußerst renommierter Wissenschaftler aus Großbritannien und den USA:

 

• Ken Binmore, Emeritus Professor of Economics at London University

Vortragstitel: "Ambiguity in Games"

 

• Paul Klemperer, Edgeworth Professor of Economics, Nuffield College, Oxford University

Vortragstitel: "Multiproduct Auctions and Game Theory"

 

• Larry Samuelson, Department of Economics, Yale University

Vortragstitel: "The Wisdom of a Confused Crowd: Model-Based Inference"

 

Vor einigen Jahren wurde der SING - Best Student Paper Prize ins Leben gerufen, um jungen Forschern_innen Anreize zu bieten, die Forschung zur Spieltheorie voranzutreiben und sie durch Beiträge bei den SING-Treffen zu präsentieren. Der diesjährige Preis wurde Herrn Bas J. Dietzenbacher für seinen zusammen mit Prof. Dr. Hans Peters erarbeiteten Beitrag mit dem Titel „Characterizing NTU-bankruptcy Rules Using Bargaining Axioms” zugesprochen.

 

Im Nachgang zur Konferenz wird, auf Betreiben von Prof. Dr. Steffen hin, die international renommierte Fachzeitschirft Annals of Operations Research (ANOR) eine Sonderausgabe zur Konferenz veröffentlichen. Für diese Ausgabe, die Prof. Dr. Steffen zusammen mit drei Spieltheoretikern_innen aus Spanien, Frankreich und den Niederlanden herausgeben wird, sind insbesondere alle Autoren der Konferenz eingeladen, ihre Konferenzbeiträge einzureichen.

Über einen eigenständigen permanenten englischsprachigen Internetauftritt hat Prof. Dr. Steffen darüber hinaus Sorge getragen, dass alle Informationen der Konferenz auch einer breiten internationalen Öffentlichkeit frei zugänglich sind.